Kriegsschauplatz der Zukunft
Gestern gegen Mittag europäischer Zeit wurden, nach einem kurzen Testlauf nachts, mehrere Root DNS-Server vermutlich von Botnetzen aus angegriffen. Zwar konnten diese Angriffe aufgrund von mehrfacher Redundanz nicht ernsthaft Schaden anrichten, jedoch zeigt dies, auf welche Art und Weise in Zukunft, zumundest kleinere, Kriege geführt werden könnten. Wer sagt denn, dass diese Angriffswelle nicht nur ein Test war, um zu ermitteln, wievele Botnetzte respektive Bots notwendig sind, um ernshaft diese Infrastruktur gezielt lahmzulegen. Sind gecachte Tupel nach einigen Minuten veraltet, wird’s zappenduster in großen Teilen des Netzes. Und da die Rückverfolgbarkeit des Ursprungs bei Botnetzen (Stichworte: P2P, HTTP, Kryptografie) nahezu unmöglich ist, wird auch keiner belangt werden können, der seinen wie auch immer gearteten Forderungen Deutlichkeit verleihen will.
Doch unsere Bundesregierung verbietet ja lieber “Hacker-Tools” und entblößt Menschen. Wie hoch wird wohl der Schaden sein, wenn gezielt die .de-TLD auch nur für einen halben oder vielleicht auch einen ganzen Tag geDDoSed wird? Und, vorallem: Wie bitte soll da ein Bundestrojaner helfen, wenn man zudem im Vorfeld noch allen, die auf dem Gebiet der Botnetze arbeiten (bspw. the honeynet project [empfohlenes Papier: Tracking Botnets] ) sämtliche Tools durch Gesetze enzieht, deren Tragweite der Gesetzgeber in vollständiger Unkenntnis der Materie noch nicht mal erahnt?
Oder will man dann mit dem Bundestrojaner-Botnetz zurück DDoSen?
suggested readings:
Bericht zum Angriff auf heise
Bericht zum Angriff auf heise, Teil 2
CCC: Gesetzentwurf gefährdet die Computersicherheit
CCC zum Thema Online-Durchsuchungen